Wann hat man „offiziell“ Untergewicht? So kannst Du deinen BMI berechnen

Von wissenschaftlicher Warte aus betrachtet spricht man von Untergewicht, wenn der BMI bei unter 18,5 liegt. BMI ist die Abkürzung für Body Mass Index und kann selbständig von dir berechnet werden. Die allgemein gültige Formel hierfür sieht so aus:

Körpergewicht in kg geteilt durch Körpergröße in m²

Beispielrechnung:

Ein Mensch ist 1,80m groß und wiegt 56 kg. Um den BMI zu errechnen, muss zunächst die Körpergröße in m² ausgerechnet werden. Du rechnest also 1,80 x 1,80 = 3,24. Nun rechnest Du das Körpergewicht durch die errechnete Zahl = 56 / 3,24 = 17,28.

Wäre ein Mensch bei einer Körpergröße von 1,80 m beispielsweise 56 kg schwer, so würde der BMI also bei etwa 17,3 liegen. Mit einem Body Mass Index von 17,3 leidet diese Person unter leichtem Untergewicht.

BMI Kategorie
kleiner als 16,0 starkes Untergewicht
16,0 bis 17,0 mäßiges Untergewicht
17,0 bis 18,5 leichtes Untergewicht
Zwischen 18,5 und 25,0 Normalgewicht
Größer als 25,0 Übergewicht

Ursachen von Untergewicht

Ein zu niedriges Körpergewicht kann sehr verschiedene Ursachen haben. Dies können unter anderem sein:

  • Erkrankungen von Magen und/oder Darm, die zu verminderter Nährstoffaufnahme führen
  • Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenüberfunktion
  • Erkrankungen der Leber oder Nieren
  • Psychische Erkrankungen
  • Hoher Kalorienverbrauch durch körperliche Aktivität
  • Eine sogenannte Idiopathische Magersucht, d. h. eine Magersucht, der keine psychische, sondern eine genetische Ursache zugrunde liegt.

Bei chronischen Durchfallerkrankungen kommt es beispielsweise zu mangelhafter Resorption von Nährstoffen. Das heißt, zugeführte Nahrung wird nur ineffizient verwertet, wodurch es dem an einer solchen Erkrankung Leidenden sehr schwer fällt, die für das Erreichen eines gesunden Körpergewichtes notwendigen Kalorien und die benötigten Mengen an Nährstoffen zuzuführen.

Bei am Reizdarmsyndrom leidenden Menschen kommt es während akuter Perioden ebenso zu gestörter Nährstoffaufnahme. Dazu kommt, dass es bei Erkrankungen dieser Art auch zu mitunter massivem Flüssigkeitsverlust kommt, was eine effektive Nährstoffaufnahme noch weiter hemmt. Außerdem kann eine weitere Verringerung des Körpergewichts durch die damit einhergehende Dehydrierung der Zellen einhergehen. Bei Magenerkrankungen wie z.B. chronischen Magenschleimhautentzündungen kann es ebenfalls zu Symptomen wie Unwohlsein, Völlegefühl und Appetitlosigkeit kommen.

Weitere Ursachen von Untergewicht

Stress

Stress als Ursache für UntergewichtDa vielen dieser Erkrankungen bisweilen auch eine mehr oder minder ausgeprägte seelische Komponente innewohnt und sich besonders chronischer Stress – unter dem immer mehr Menschen in unserer hektischen Gesellschaft leiden – „gerne“ auch auf solche Art körperlich manifestiert, sind Krankheiten des Verdauungssystems heute mehr denn je auf dem Vormarsch. So steckt in dem geflügelten Satz „Stress schlägt auf den Magen“ leider sehr viel Wahrheit.

So wissen wir zum Beispiel, dass Gemütszustände wie Trauer, Wut, Angst oder tiefer Kummer Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem und das Immunsystem haben können. Auch Symptomen wie Appetitlosigkeit und gestörtem Essverhalten liegt oftmals ein Problem in den Tiefen des Gefühlslebens zugrunde. So vergeht uns zum Beispiel bei einer schlechten Nachricht schnell mal der Appetit, bei Liebeskummer oder auch bei Angst vor einer wichtigen Prüfung kann manch einer tagelang keinen Bissen essen.

Sind wir mit solchen Stressfaktoren konfrontiert, so kann es helfen, einen Ausgleich oder eine Ablenkung zu finden. Ein Ausgleich, der sich bei Problemen wie Kummer oder Ängsten anbietet, ist beispielsweise Sport. Zum einen kann dieser dir helfen, „den Kopf frei zu bekommen“ und zum anderen wirkt ein intensives Auspowern – beispielsweise beim Krafttraining – oft geradezu befreiend und lenkt den Blick eine Zeit lang auf andere Dinge. Das kann helfen, den Fokus neu auszurichten. Dazu kommt, dass gerade Kraftsport eine teilweise beträchtliche Wirkung im Hinblick auf eine Steigerung des Appetits hat, was unserem Ziel – dem Steigern des Körpergewichtes – sehr entgegen kommt. Außerdem dient es natürlich dem Muskelaufbau, was zu einer Zunahme von Gewicht sorgt.

Neben diesen vergleichsweise harmlosen seelischen Ursachen, gibt es allerdings auch krankhafte psychische Störungen, wie etwa Essstörungen und Kontroll- oder Zwangsstörungen, bei denen eine krankhafte Kontrolle über das (geringe) Körpergewicht erfolgt. Bei Vorliegen derartiger Symptome solltest Du dringend zum Arzt gehen und mit einem Experten sprechen!

Stoffwechsel

Unter dem Oberbegriff Stoffwechsel versteht man zum einen die Vorgänge, die mit dem Auf- und Abbau der Zellen zu tun haben sowie alle Kreisläufe, die in unserem System vorhanden sind. Dazu gehören der Nährstofftransport von und zu den Körperzellen, der Auf-und Umbau der Muskulatur, die Reparatur geschädigter Zellen, die Verdauung sowie die Ausschüttung von Hormonen.

Ist einer dieser Abläufe gestört, so sprechen wir von einer Stoffwechselstörung. Ist diese stark ausgeprägt, sprechen wir von einer Stoffwechselkrankheit. Eine Stoffwechselstörung, die man unter Menschen mit Untergewicht recht häufig antrifft, ist die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Symptome die dabei auftreten sind unter anderem:

  • Unruhe und Nervosität
  • Schnelles Schwitzen
  • Schneller Puls / Herzklopfen
  • Rastlosigkeit
  • Starke Wärmeempfindlichkeit
  • Teilweise stark erhöhtes Durstgefühl
  • Haarausfall
  • Muskelschwäche / geringe Körperkraft

Für den Untergewichtigen von Bedeutung: Bei einer Überfunktion der Schilddrüse kann die Menge der verbrauchten Kalorien ansteigen, außerdem ist der Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel gestört. Beides führt dazu, dass Du vielleicht sogar abnimmst, obwohl Du nach deinem Gefühl ausreichend isst.

So leidet der hibbelige, aufgekratzte Typ Mensch, der immer „Hummeln im Hintern“ hat und nie so recht stillsitzen kann, ebenso wie der stets sehr schlanke, drahtige Typ, der „essen kann, was er will“ und dabei sogar noch abnimmt, oft an einer (mitunter unerkannten) Schilddrüsenüberfunktion.

Hast Du eines oder mehrere der oben angeführten Anzeichen bereits bei dir festgestellt oder dich in der kurzen Beschreibung oben wiedererkannt, so kann dir eine Untersuchung der Schilddrüse bei einem Endokrinologen Gewissheit verschaffen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Andere Gesundheitsstörungen, die den Verdauungstrakt und die Zunahme von Gewicht behindern, können Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten wie eine Laktoseintoleranz sein. Bei dieser kommt es bei Aufnahme von Milchzucker zu Folgen wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Dies verhindert je nach Ausprägung effektiv eine adäquate Nährstoffaufnahme. Da die Symptome der Laktoseintoleranz in ihrer Intensität teilweise stark schwanken können, bleibt sie oft unentdeckt, sorgt aber immer wieder für Probleme, die – da die Ursache nicht bekannt ist – nicht behandelt werden können.

Laktoseintoleranz als Grund für UntergewichtSollte man eines oder mehrere der hier genannten Symptome an sich feststellen, so kann ein Arztbesuch darüber Aufschluss geben. Insbesondere wenn nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel immer wieder Erscheinungen wie Völlegefühl, starke Müdigkeit und Trägheit, Unwohlsein oder gar Erbrechen und Durchfall auftreten, kann ein Allergietest oder ein Test auf Unverträglichkeiten Klarheit verschaffen. Sollten bekannte Unverträglichkeiten vorliegen, so ist dies aber kein Grund, dein Vorhaben vom gesunden Zunehmen vorzeitig zu Grabe zu tragen.

Denn heutzutage gibt es ja glücklicherweise eine sehr große und immer weiter ansteigende Anzahl an Alternativen. So sind beispielsweise in jedem größeren Supermarkt problemlos laktosefreie Milch oder auch Milchalternativen wie Soja-, Mandel-, Hafer-, Haselnuss-, Dinkel- oder Reismilch erhältlich. Auch für Gluten-Allergiker – die auf das Eiweiß in vielen Getreidearten mit starken Symptomen reagieren – gibt es in vielen Lebensmittelmärkten sowie im Online-Fachhandel glutenfreie Mehle wie Kokosmehl, Kichererbsenmehl, Linsenmehl oder Mandelmehl zum Backen, sowie glutenfreie Nudeln und Backwaren zu kaufen.

Folgen von Untergewicht

Die gesundheitlichen Folgen von Untergewicht sind zahlreich. So können unter anderem folgende, teilweise schwerwiegenden, Beschwerden auftreten:

  • Ein schwaches Immunsystem und damit einhergehend eine erhöhte Infektanfälligkeit
  • Gestörter Mineral- und Flüssigkeitshaushalt
  • Niedriger Blutdruck und Herz-Kreislauf-Probleme
  • Starker Verlust von Muskeleiweiß und infolgedessen verminderte Leistungsfähigkeit und Körperkraft
  • Starke hormonelle Schwankungen, was zur Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit führen kann
  • Haarbruch
  • Erhöhte Neigung zum Frieren
  • Starke Reizbarkeit
  • Niedriger Blutdruck
  • Höhere Anfälligkeit für Osteoporose

Da das Immunsystem zu einem großen Teil abhängig von einer gesunden Ernährung und dabei insbesondere von einer ausreichenden Eiweißzufuhr ist, kann es bei unzureichender Deckung des individuellen Bedarfes zu einer Schwächung des Immunsystems kommen. Dies zeigt sich dann häufig in einer stark erhöhten Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten.

Auch die unzureichende Aufnahme wichtiger Vitamine und Vitalstoffe durch zu geringe Nahrungsaufnahme kann einen Grund für ein schwächelndes Immunsystem sein. Ein gestörter Mineralstoffhaushalt zeigt sich beispielsweise durch eine Neigung zu Muskelkrämpfen. Dies kann durch einen Mangel an Magnesium oder Kalzium bedingt sein, seltener auch durch einen Natriummangel. Auch Symptome wie Fühlstörungen der Extremitäten oder zeitweise geistige Verwirrtheit können unter Umständen auf einen unausgeglichenen Mineralienhaushalt hindeuten.

Infolge einer ausgeprägten Mangelernährung kommt es mitunter auch zu einem stark ausgeprägten Verlust an Muskeleiweiß, da der Körper versucht, seinen Energiebedarf durch den Abbau von körpereigenem Protein zu decken, indem er dieses zu Energiesubstrat umbaut. Dies ist auf eine unzureichende Zufuhr an Kohlenhydraten und/oder Fetten zurückzuführen bzw. auf Störungen im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Auch Störungen im Hormonhaushalt – wie zu niedrige Spiegel der wichtigen Sexualhormone – können durch eine Unter- oder Mangelernährung hervorgerufen oder verstärkt werden, da mit der unzureichenden Nahrungszufuhr zu wenige der an der Bildung und Ausschüttung beteiligte Mikronährstoffe aufgenommen werden. Dies wiederum kann starke negative Auswirkungen auf das Erscheinungsbild von Haut und Haaren, dem Muskeltonus und der Vitalität, der Regulierung der Körperwärme und der mentalen Verfassung und Stimmung des einzelnen haben, da all diese Bereiche unter hormonellem Einfluss stehen.

All diese beschriebenen Erscheinungen und Symptome können Folgen von Untergewicht und Mangelernährung sein.

Was kann man gegen Untergewicht tun?

Untergewicht - Ursachen, Folgen und was Du tun kannstWenig überraschend gilt es, über einen gesunden Weg mehr Kalorien zu sich zu nehmen, als man verbraucht. Dazu musst Du zunächst erst mal in Erfahrung bringen, wie viel Kalorien Du verbrauchst. Die verbrauchten Kalorien lassen sich in einen Grundumsatz und den Leistungsumsatz unterteilen.

Der Grundumsatz sind die Kalorien, die dein Körper verbraucht, wenn er sich im Ruhezustand befindet. Der Leistungsumsatz sind dann die Kalorien, die in deinem Alltag – beispielsweise durch die Arbeit und Sport – zusätzlich verbraucht wird. Deine Werte kannst Du hier berechnen. Wenn Du deine Werte kennst, kommt das Wichtigste: Du musst jeden Tag 500 Kalorien mehr zu dir nehmen, als Du verbrauchst!

Wenn Du dich daran hältst, wirst Du zunehmen. Heißt das jetzt, dass Du Unmengen an Fast Food in dich hineinstopfst? Nein, natürlich nicht. Denn es gilt, das Untergewicht auf gesunde Weise in den Griff zu bekommen.

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